Erneutes Desaster: Nur 15 Schüler*innen, 1,22 %, bestehen den Probeunterricht. Massive Kritik an der Intransparenz der Aufgaben. Die versprochene Auswertung der Vorjahresauswertung von der Senatsschulverwaltung immer noch nicht vorgelegt.
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- Veröffentlicht: Donnerstag, 05. März 2026 18:08
- Geschrieben von Andre Nogossek
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Erneut gibt es beim "Probeunterricht" ein desaströses Ergebnis. Die Streichung des etablierten "Elternwillens" beim Übergang von der Grundschule auf ein Gymnasium und die Verschärfung der Zugangsbestimmungen durch die Schulsenatorin, Frau Günther-Wünsch, betrifft erneut einen Jahrgang, der bereits in den Corona-Jahren benachteiligt war. Das sich, abgeschreckt von den negativen Erfahrungen mit dem ersten Durchgang im letzten Jahr, überhaupt nur so wenige Schüler*innen dem Verfahren unterzogen haben, ist bereits beachtlich. Wenn dann lediglich 15 Schüler*innen, d.h. nur 1,22 %, die Prüfung bestehen konnten, reicht es nicht, sich, wie die Senatsschulverwaltung, selbstgefällig zu feiern. Der Landeselternausschuss kritisiert erneut zu Recht die mangelnde Intransparenz der Auswahl der Prüfungsfragen und das diese, im Gegensatz zu denen in Brandenburg, vorher nicht erprobt wurden. Auch das die von der Senatsschulverwaltung versprochene Auswertung des letztjährigen Ergebnisses immer noch nicht veröffentlicht ist, ist kein Ruhmesblatt für die Schulsenatorin.
* LEA: Statement zum Probeunterricht 2026
Die abermals schlechte Bestehensquote kann nicht nur Ausdruck einer zutreffenden Prognose der Grundschule sein, wie die Senatorin das immer wieder betont. Der Landeselternausschuss Schule sieht sich bei dem Ergebnis in seiner Forderung bestätigt, dass die Tests im Rahmen des sogenannten Probeunterrichts mit einer Vortestung durch Schüler*innen evaluiert werden müssen, die eine Gymnasialempfehlung haben.
Dem Landeselternausschuss Schule und wohl auch der Politik liegt die für Ende der Sommerferien 2025 angekündigte Auswertung der Aufnahmetests nicht vor. Wir fragen uns, warum es fast ein halbes Jahr braucht diese Ergebnisse vorzulegen und fordern die Senatsbildungsverwaltung erneut auf, diese Ergebnisse transparent vorzulegen.
https://leaberlin.de/pressemitteilungen/4099-statement-zum-probeunterricht-2026
Aufnahmetest zum Gymnasium: Nur 15 von 1223 Kindern bestehen den Berliner Probeunterricht
Wer keine Gymnasialempfehlung bekommen hat, kann sich in Berlin an einem Aufnahmetest versuchen. Den hat auch diesmal kaum ein Kind geschafft. So erklärt die Bildungsverwaltung die Ergebnisse.
Mehr: https://www.tagesspiegel.de/berlin/schule/aufnahmetest-zum-gymnasium-nur-15-von-1223-kindern-bestehen-den-berliner-probeunterricht-15319262.html
* Empfehlung fürs Gymnasium Nur ein Prozent der Kinder bestanden 2026 Probeunterricht in Berlin
Der Landeselternausschuss sieht die aktuelle Regelung des Probeunterrichts für den Übergang aufs Gymnasium nach der sechsten Klasse entsprechend kritisch. Die noch schlechtere Quote als im Vorjahr sei ein schwieriges Thema, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise. Die Erklärung von Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), die nun schlechte Quote sei die Folge der wiederum bereits guten Prognosen in den Grundschulen, greift aus Heises Sicht zu kurz.
Die Elternvertreter fordern, die Tests im Rahmen des Probeunterrichts vorher mit Schülerinnen und Schülern auszuprobieren, die bereits eine Gymnasialempfehlung haben. Das sei auch die Praxis in Brandenburg. "Berlin macht genau das nicht", sagte Heise. Gleichzeitig wirft Heise der Bildungsverwaltung mangelnde Transparenz vor: Die bereits für den vergangenen Sommer in Aussicht gestellte Auswertung der Aufnahmetests lägen immer noch nicht vor. "Das war angekündigt, aber es kam nichts", sagte Heise. "Dadurch entsteht der Eindruck, es gebe etwas zu verheimlichen."
Mehr: https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/03/berlin-probeunterricht-gymnasium-empfehlung-notenschnitt-nicht-bestanden.html
* Zweiter Probeunterricht in Berlin: Aufgaben für Gymnasialzugang wurden wieder nicht mit Schülern getestet
Nach dem ersten Probeunterricht für Kinder, die nicht den nötigen Schnitt für eine Gymnasialempfehlung haben, gab es viel Kritik. Aufgegriffen hat die Schulverwaltung nur wenig.
Mehr: https://www.tagesspiegel.de/berlin/zweiter-probeunterricht-in-berlin-aufgaben-fur-gymnasialzugang-wurden-wieder-nicht-mit-schulern-getestet-15193418.html Achtung: Nicht frei zugänglich („Bezahlsperre“)
* 27.02.2026
Da Vinci hätte den Probeunterricht nicht bestanden: Kann man Berliner Grundschulnoten wirklich vergleichen?
In Berlin gilt das Prinzip der „Eigenständigen Schule“. Unser Autor fragt sich, warum dann beim Übergang ins Gymnasium ein bestimmter Schnitt alles entscheidet.
Mehr: https://www.tagesspiegel.de/berlin/schule/leonardo-da-vinci-hatte-den-probeunterricht-nicht-bestanden-kann-man-berliner-grundschulnoten-wirklich-vergleichen-15289362.html Achtung: Nicht frei zugänglich („Bezahlsperre“)
Die selbstgefällige Schulverwaltung hingegen feiert sich (und das Ergebnis)
Pressemitteilung
* Berliner Förderprognosen bewähren sich: Probeunterricht bestätigt fundierte Einschätzungen der Grundschulen
Mehr: https://www.berlin.de/sen/bjf/service/presse/pressearchiv-2026/pressemitteilung.1649858.php